Midjourney

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Midjourney ist eine (), die in der Lage ist, KI-Kunst zu erschaffen. Das proprietäre Programm wurde von dem gleichnamigen Forschungsinstitut aus San Francisco, Kalifornien, USA, geschaffen, welches von David Holz gegründet wurde und aktuell geleitet wird. Er war zuvor ein Mitgründer der Firma Leap Motion und arbeitete bei der NASA.

Geschichte

Midjourney befindet sich seit dem 12. Juli 2022 im Status einer offenen Beta. Bereits im März 2022 wurde der offizielle Discord- für Midjourney gestartet, auf dem es dann den Aufruf gab, hochqualitative Fotografien zu posten, an denen die KI trainieren kann.

Midjourney wird stetig weiterentwickelt: Version 2 ging im April 2022 an den Start, noch bevor das Programm für die Öffentlichkeit verfügbar wurde. Version 3 startete im Juli 2022, die Version 4 im November 2022. Im März 2023 wurde Version 5 als erste Alpha-Version verfügbar gemacht, am 4. Mai 2023 folgte Version 5.1 und im Juni 2023 die aktuelle Version 5.2. Die Version 5.2. sorgte für viel Aufsehen, weil die neue Funktion des „Outpaintings“ oder „Zoom outs“ erstmals die Erstellung ganzer virtueller Bildwelten auf Basis eines einzelnen Fotos ermöglicht.

Funktionsweise

Midjourney wird vollständig durch Befehle an einen Discord-Bot gesteuert. Um ein neues Bild zu erschaffen, wird der Befehl „/imagine“ verwendet, gefolgt von einer Beschreibung des gewünschten Bildes. Dabei können prinzipiell verschiedene Sprachen verwendet werden, darunter auch Deutsch.

Midjourney erschafft zunächst eine Vorschau mit vier möglichen Entwürfen. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, jeden dieser Entwürfe zu finalisieren. Ebenso ist es möglich, einzelne Entwürfe geringfügig überarbeiten zu lassen oder aber alle vier Entwürfe zu verwerfen und vier ganz andere Bilder anzufordern.

Midjourney konnte bis Ende März 2023 von jedermann zunächst kostenlos ausprobiert werden, aufgrund von „zuviel Missbrauch“ wurde diese Möglichkeit beendet. Ein unregistrierter Nutzer hatte 25 Minuten Rechenzeit zur Verfügung, das meint die aktive Arbeitszeit des Bots. Für zahlende Nutzer stehen drei mögliche Abo-Modelle zur Auswahl, die sich hinsichtlich der Anzahl der enthaltenen Minuten unterscheiden. Das Erstellen eines Bildes „kostet“ durchschnittlich etwa eine Minute.

Bekannte Fälle und Kritik

Im Juni 2022 gewann das von Jason Allen via Midjourney erstellte Bild Théâtre d'Opéra Spatial den ersten Preis bei einer Kunstausstellung in Colorado. Das führte zu heftiger Kritik von lebenden Künstlern. Die Preisrichter hatten das Bild laut ihrer eigenen Aussage nicht als KI-Kunst erkannt.

Im Dezember 2022 erschien das englischsprachige Kinderbuch Alice and Sparkle von Ammaar Reeshi, das von Midjourney illustriert wurde. Es gab Kritik von Künstlern, weil die KI ihren Stil nachahmte, ohne dass die Künstler vorab um Erlaubnis gefragt worden waren. Im Januar 2023 gab es in den USA eine Sammelklage mehrerer Künstler gegen Stability AI, Midjourney und die Kunstplatform Deviant , die im Kern darauf abzielte, dass die beeindruckenden bildnerischen Leistungen der neuartigen KIs nur möglich seien, weil die KIs vorher ohne Einwilligung der Urheberrechtsinhaber mit den Abbildern urheberrechtlich geschützter Kunstwerke trainiert wurden.

Im Frühjahr 2023 erlangte ein mit Midjourney generiertes Bild von Papst Franziskus in einem modischen weißen Wintermantel große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, da es eine nahezu fotografische Qualität aufwies und von vielen Betrachtern zunächst für ein echtes Foto gehalten wurde.

Nutzung durch Künstler

Neben Menschen, die bisher noch keine eigenständigen bildnerischen Leistungen erbracht haben, wird die KI Midjourney auch von Künstlern und Fotografen genutzt. Der Fotograf Boris Eldagsen gewann den ersten Platz in der Kategorie “Kreativ” beim Sony World Photography Wettbewerb 2023. Das preisgekrönte Bild, das er als Foto einreichte, hatte er mithilfe von KI erschaffen. Nachdem er den Preis erhalten hatte, lehnte er ihn jedoch ab. Obwohl er dem Wettbewerb zuvor angedeutet hatte, dass es sich nicht um ein herkömmliches Foto handelte, wollte er durch die Nichtannahme des Preises eine Diskussion über die Rolle der KI in der Kunst anregen.

Boris Eldagsen gibt an, mit drei KI-Bildgeneratoren zu arbeiten. In den USA gab es eine Klärung hinsichtlich des Urheberrechts an Bildern, die durch Künstler mit Bildgeneratoren wie Midjourney erzeugt wurden. Auch Künstler können kein an KI-generierten Bildern beanspruchen. Wenn Künstler als Urheber eines KI-generierten Werks auftreten wollen, müssen sie noch einmal selbst “Hand anlegen”.

Quelle: (https://de.wikipedia.org/wiki/Midjourney)

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